Sechswochenamt
Kinofilm
Stadtkino, Heinrich-Braun-Straße 1, 83308 Trostberg
Kursnummer : 41848
- Abendkasse 8,00 EUR
Im Rahmen des Hospizmonats Oktober zeigt der Ambulante Hospizdienst der Caritas, in Kooperation mit dem Stadtkino Trostberg, den bewegenden Film "Sechswochenamt", ein mit wenigen Mitteln verwirklichtes Spielfilmdebüt der Filmemacherin Jaqueline Jansen. Der Film lief seit dem Erscheinen 2025 auf zahlreichen nationalen und internationalen Filmfestivals und wurde mit etlichen Preisen ausgezeichnet. Es ist uns mit unseren Beiträgen immer wieder ein Anliegen, Menschen dafür zu öffnen sich den Themen Sterben, Tod und Trauer nicht zu verschließen. So können wir uns gemeinsam einen Raum eröffnen, in dem wir als Gesellschaft Empathie zulassen und Gestaltungsmöglichkeiten gewinnen. So wird in der Gemeinschaft aus dem Schweren etwas, das verbindet und uns innerlich handlungsfähiger macht.
Die Einsatzleitungen des Ambulanten Hospizdienstes nehmen sich im Anschluss an den Film, im Foyer 2, Zeit zum Gedankenaustausch.
Inhalt des Filmes
Mit dem Tod ihrer Mutter reißt es Lore (25) den Boden unter den Füßen weg. Während ihr Inneres in einen nie dagewesenen Ausnahmezustand fällt, gerät auch die Außenwelt aus den Fugen. Die Corona-Pandemie bricht aus, und ein Nebel aus Isolation und Einsamkeit legt sich über die rheinische Kleinstadt, in der die Menschen zu empathielosen Einzelkämpfern verkommen. Lore verliert den Glauben an das Miteinander.
Inmitten dessen archiviert sie das Leben ihrer Mutter für immer und ringt nach Kräften, um einen Weg der gemeinsamen Verabschiedung zu finden. Dabei muss sie sich den unterschiedlichen Formen des Trauerns innerhalb der Familie und den, wie Automatismen auf sie einprasselnden Konventionen stellen.
Die Tage und Wochen verstreichen, und es scheint, dass Lore in einer absurden Symbiose mit der pandemischen Ausnahmesituation zu leben beginnt. Mit der Auflösung der Mietwohnung, in der sie noch ein letztes Mal unterkommt, wird ihr bewusst, dass sie nie mehr in das Zuhause ihrer Kindheit zurückkehren kann.
In einem letzten Kraftakt schafft sie es, allen Widrigkeiten zum Trotz, eine Verabschiedungsfeier zu organisieren. Dass diese im Schlafzimmer ihrer Mutter stattfindet, erscheint am Ende als fast logische Konsequenz von sechs Wochen Ausnahmezustand. Sechs Wochen, in denen Lore lernt, ihre Trauer zuzulassen, um nicht von ihr aufgefressen zu werden. Dass die Endlichkeit des Lebens geplant werden muss und dass es keine Antwort auf die Frage gibt: Wie trauert man richtig?